Arzt bei der Arbeit an einem Analysegerät
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Sigmadivertikulitis

Im S-Darm (Sigma) des Menschen entstehen ab dem 50. Lebensjahr in den westlichen Industrieländern Ausstülpungen der Darmwand, welche sich entzünden können. Diese Entzündungen der Darmausstülpungen im Bereich des S-Darmes werden als Sigmadivertikulitis beschrieben. Es ist bisher noch unklar, warum diese Divertikel mit zunehmendem Alter bei fast allen Menschen der westlichen Industriegesellschaft anzutreffen sind. Sicher ist jedoch, dass es mit den Lebensgewohnheiten zusammenhängt. So ist eine faser- und ballaststoffarme Kost dafür anzuschuldigen, dass es immer mehr Neuerkrankungen in der westlichen Industriegesellschaft gibt. Dadurch ist es in den letzten Jahren zu einem sprunghaften Anstieg von Patienten mit Sigmadivertikulitis gekommen.

Welche Symptome weisen die Patienten auf?
Die Patienten entwickeln stärkste Schmerzen im Bereich des linken Unterbauches. Diese können an eine Blinddarmentzündung erinnern. Des Weiteren tritt bei dem Patienten zu der Entzündung Fieber auf. Übelkeit und Erbrechen kann sich einstellen. Werden die Bauchschmerzen immer schlimmer und breiten sich über den gesamten Bauch aus, so kann es in seltenen Fällen zu einem „Platzen“ der Divertikel gekommen sein. Dieses Krankheitsbild ist lebensbedrohlich, da Stuhl und damit Stuhlkeime in die freie Bauchhöhle gelangen können.

Welche Untersuchungen sind angezeigt?
Heutzutage hat sich die Computertomographie des Bauchraumes durchgesetzt. Hierbei muss ein Kontrastmittel getrunken werden und gleichzeitig Kontrastmittel vom After her eingegeben werden. Mit dieser Untersuchung gelingt es sehr genau, den Darm zu beurteilen. Wenn eine Sigmadivertikulitis vorhanden ist, und diese im Initialstadium medikamentös behandelt wird, sollte ca. 6 Wochen nach Abklingen der Entzündung eine Dickdarmspiegelung zum Ausschluss einer bösartigen Erkrankung erfolgen.

Wie sollte ein Patient mit Sigmadivertikulitis behandelt werden?
Ist die Sigmadivertikulitis nur mild ausgeprägt, und gehen die Schmerzen initial nach einer Behandlung mit Antibiotika schnell zurück, so ist je nach Ausmaß der Entzündung keine operative Therapie angezeigt. Ist in der Computertomographie schon eine Eiteransammlung vorhanden, so wird diese meist mittels eines von außen eingelegten Schlauches entlastet. Eine OP erfolgt dann ca. 6 bis 8 Wochen nach der Entzündung. Vor der OP sollte aber auf alle Fälle eine Dickdarmspiegelung durchgeführt werden.

Kommt es sehr häufig zu wiederholten Entzündungen des S-Darmes, so sollte dem Patienten eine Entfernung des S-Darmes empfohlen werden. Die chirurgische Entfernung des S-Darmes erfolgt heutzutage minimal-invasiv, über die sogenannte Schlüsselloch-Methode. Anschließend erfolgt die Verbindung zwischen absteigendem Ast des Dickdarms und dem Mastdarm. Die Patienten können meistens nach 7 Tagen bereits das Krankenhaus wieder verlassen.

Wichtige Informationen für den Patienten und häufig gestellte Fragen

Gibt es eine Alternative zur OP?
Die Alternative zur OP ist bei einer „milden“ Sigmadivertikulitis die Antibiotikagabe und Ruhigstellen des Darmes. Wenn es jedoch zum „Platzen“ von Divertikeln gekommen ist, wird  eine OP unvermeidlich.
Des Weiteren stellen häufige Entzündungen eine erhebliche Einbuße der Lebensqualität und der Arbeitsleistung des Patienten dar, sodass bei mehreren Schüben einer Sigmadivertikulitis ebenso eine OP erfolgen sollte.

Wie kann ich ohne S-Darm leben?
Normalerweise werden bei der OP 20 bis 30 cm Dickdarm entfernt. Dies spielt im weiteren Leben des Patienten keine Rolle. Der Patient kann weiter Essen und Trinken und hat nicht mit größeren Problemen zu rechnen.

Wie sollte ich operiert werden?
Heutzutage wird minimal-invasiv operiert. D. h. über die sogenannte Knopfloch-Methode wird der betroffene Dickdarmabschnitt entfernt.

Wo sollte ich mich operieren lassen?
Man sollte dort operiert werden, wo eine Expertise in Sachen laparoskopischer Chirurgie (Knopfloch-Chirurgie) besteht.

Muss ich mit einem künstlichen Darmausgang rechnen?
Normalerweise wird die OP ohne künstlichen Darmausgang durchgeführt. Nur in ganz seltenen Fällen muss ein künstlicher Darmausgang angelegt werden. Das ist dann der Fall, wenn bereits eine weit fortgeschrittene Perforation des Darmes besteht und schon viel Stuhlgang in die Bauchhöhle gelaufen ist.

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