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Krankenhausausschuss will Projekt zur Qualifizierung von Flüchtlingen weiter finanzieren

Ortenau Klinikum erleichtert Flüchtlingen Einstieg in Pflegeberufe/ Klinikverbund aktiv gegen den Fachkräftemangel

(hintere Reihe v. l.) Sozialpädagoge Wolfgang Behler, Schulleiter Andreas Heck, und Verwaltungsdirektor Mathias Halsinger mit Teilnehmern der Einstiegsqualifizierung

Der Krankenhausausschuss des Ortenaukreises empfiehlt dem Kreistag, bis einschließlich 2022 ein Projekt des Ortenau Klinikums mit jährlich 50.000 Euro zu finanzieren, mit dem Flüchtlinge für den Einstieg in eine Ausbildung in der Altenpflege oder Gesundheits- und Krankenpflege qualifiziert werden. Einen entsprechenden Empfehlungsbeschluss fasste das Gremium heute einstimmig in seiner Sitzung in Offenburg. Über eine endgültige Finanzierungszusage entscheidet der Kreistag.

„Auch mit diesem Projekt wollen wir aktiv gegen den Fachkräftemangel in der Pflege angehen und die Integration ausländischer Mitbürger fördern“, betont Ortenau Klinikum-Geschäftsführer Christian Keller. Das Ortenau Klinikum hat sich bereits in den vergangenen Jahren mit verschiedenen Integrations- und Weiterbildungsangeboten für ausländische Pflegekräfte engagiert, um dem Fachkräftemangel in der Pflege zu begegnen.

Mit dem „Projekt Ausbildung für Menschen mit Migrationshintergrund“ (ProMo) hat der Klinikverbund unter der Regie des Bildungszentrums für Gesundheits- und Pflegeberufe des Ortenau Klinikums in Offenburg 2017 erstmals ein Programm für Flüchtlinge aufgelegt. Eine Finanzierungszusage gab der Kreis bis Ende 2018. Allerdings wurden die Mittel vom Ortenau Klinikum 2017 nicht abgerufen, da die umfangreichen Projektvorbereitungen durch das vorhandene Personal geleistet wurden. Die jährlich 50.000 Euro sollen die Personalkosten für einen zusätzlich eingestellten Sozialpädagogen, die Sachkosten sowie eine intensive Sprachförderung der Kursteilnehmer abdecken.

Anfang Oktober startete der erste Kurs in Offenburg, der Flüchtlinge für den Einstieg in eine Ausbildung in der Altenpflege oder Gesundheits- und Krankenpflege qualifiziert. Die Teilnehmer sind sechs junge Flüchtlinge im Alter von 19 bis 25 Jahren unter anderem aus dem Irak, aus Syrien und Eritrea, die Interesse an einer Berufsausbildung im Pflegebereich haben.

Während des einjährigen Kurses sollen die Teilnehmer zum einen ihre Sprachkenntnisse erweitern und zum anderen praktische Erfahrungen im Bereich der Altenpflege oder der Gesundheits- und Krankenpflege sammeln. Der Sprachunterricht findet an zwei Wochentagen statt und wird durch den Bildungsträger Neue Arbeit Lahr (NAL) in Lahr sichergestellt. An drei Tagen in der Woche vertiefen die Teilnehmer bei Praktika in Einrichtungen der Altenpflege sowie an verschiedenen Standorten des Ortenau Klinikums ihre Sprachkenntnisse. Zudem lernen Sie die Arbeit auf Station oder in zuarbeitenden Bereichen wie Service, Bettenzentrale und Patiententransport kennen. Mit Abschluss des Kurses haben die Teilnehmer mindestens das Sprachniveau B2 erreicht.

Ziel der Einstiegsqualifizierung ist der Übergang in eine Ausbildung in der Altenpflege oder Gesundheits- und Krankenpflege. Weisen die Teilnehmer beispielsweise eine vergleichbare Qualifikation wie einen Realschulabschluss nach, können sie direkt im Anschluss an den Kurs die dreijährige Ausbildung beginnen. Liegt ein Hauptschulabschluss vor, haben die Teilnehmer im Anschluss zunächst eine einjährige Helferausbildung erfolgreich abzuschließen, um damit die schulische Qualifikation für eine dreijährige Ausbildung im pflegerischen Bereich zu erwerben. „Mit diesem Modell haben wir für Flüchtlinge einen fundierten Weg geschaffen, sich für die Pflegeausbildung zu qualifizieren. Es freut mich sehr, die Teilnehmenden durch den Sozialpädagogen Wolfgang Behler begleitet zu wissen“, so Schulleiter Andreas Heck vom Bildungszentrum für Gesundheits- und Pflegeberufe. „Ein dauerhafter Verbleib im Beruf dieser Kandidaten muss das Ziel unserer Bemühungen sein.“