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Versorgung von Patienten mit chronischen Wunden verbessert

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Ortenau Klinikum und Therapiezentrum chronische Wunden schließen Vereinbarung über „Wundnetz Ortenau“

Um die Versorgung von Patienten mit chronischen Wunden in der Ortenau weiter zu verbessern, wollen das Ortenau Klinikum und die Fachpraxis Therapiezentrum chronische Wunden (TCW) die Zusammenarbeit weiter ausbauen. Der Klinikverbund und die in den Ärztehäusern der Klinik-Standorte Lahr, Kehl und Achern ansässige Fachpraxis haben dazu kürzlich eine Vereinbarung über ein „Wundnetz Ortenau“ geschlossen. Damit wird eine seit mehreren Jahren bewährte Zusammenarbeit weiter ausgebaut. In den übrigen Standorten des Ortenau Klinikum werden die Wundsprechstunden momentan in Zusammenarbeit mit den örtlichen Pflegediensten durchgeführt.
 
Die Vereinbarung entspricht den besonderen Anforderungen bei der Behandlung von Patienten mit chronischen Wunden. Eine optimale Wundversorgung setzt die enge, interdisziplinäre Zusammenarbeit von Wundexperten, Hausärzten, Fachärzten, Kliniken sowie Pflegenden in der häuslichen Versorgung oder in Pflegeheimen voraus. Eine Vernetzung dieser Einrichtungen und Experten ist Voraussetzung, um ein optimales Behandlungsergebnis erreichen zu können.
 
„Durch die Bündelung der fachlichen Kompetenz in verschiedenen Behandlungsschwerpunkten wie der Gefäßchirurgie, Angiologie, Fußchirurgie und der speziellen Chirurgie chronischer Wunden im Ortenau Klinikum und durch innovative und schonende Behandlungsverfahren in der gemeinsam abgestimmten Wundbehandlung, garantieren wir eine hochwertige Behandlung und Ergebnisqualität“, so Stefan Bahr, Betreiber der Fachpraxis TCW und Andreas Weichert von der Zentralen Klinikverwaltung im Landratsamt Ortenaukreis.
 
Die Vereinbarung sieht insbesondere gemeinsame Wundsprechstunden mit den Fachexperten des TCW und Klinikärzten vor. In einigen Fällen kann auch eine stationäre Behandlung erforderlich sein, die dann in Absprache mit den Hausärzten und Patienten in den Versorgungsschwerpunkten des Ortenau Klinikums vorgesehen ist. Außerdem wird durch die Vereinbarung eine gemeinsame Wunddokumentation festgelegt, mit der jeder Therapeut den gesamten Behandlungsverlauf nachvollziehen kann. Die Erfahrungen der bisherigen Zusammenarbeit zeigen, dass auch im Vergleich zu bundesweiten Daten die Heilung chronischer Wunden in der Ortenau in den vergangenen Jahren verbessert werden konnte. So konnte beispielsweise seit 2007 die Zahl der Amputationen großer Gliedmaßen aufgrund chronischer Wunden um fast die Hälfte gesenkt werden.
 
Ein deutlicher Vorteil der im Vertrag vorgesehenen Vernetzung der Experten und Einrichtungen ist auch eine reibungslose ambulante Nachbehandlung. Oberstes Ziel der Behandlung ist dabei die Abheilung der oft seit Jahren bestehenden Wunden, die Verbesserung der Lebensqualität und die Vermeidung von Amputationen.
 
Fachleute schätzen, dass in Deutschland rund vier Millionen Menschen an chronischen Wunden leiden. Bedingt durch den demographischen Wandel wird diese Zahl weiter ansteigen. Die Kosten für die Behandlung liegen in Milliardenhöhe. Chronische Wunden entstehen bei Durchblutungsstörungen vor allem der Beine. Betroffen sind Patienten mit Diabetes, Entzündungen der Arterien, bei Venenleiden aber auch bei Verengung der Gefäße beispielsweise durch Rauchern. Die unterschiedlichen Ursachen, die Beschaffenheit der Wunden und mögliche Entzündungen erfordern auch unterschiedliche Behandlungsverfahren. Durch die Vereinbarung zum „Wundnetz Ortenau“ mit gemeinsamen Behandlungsstandards, der Vernetzung aller im Behandlungsprozess beteiligten Berufsgruppen und der gemeinsamen Dokumentation der Ergebnisse, wird die hochwertige Behandlung chronischer Wunden im Wundnetz Ortenau weiter optimiert.