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Ordensschwestern aus der St. Josefsklinik verabschiedet

Mitteilung Offenburg-Gengenbach

Landrat Frank Scherer würdigt langjähriges Wirken für das Wohl der Menschen in Offenburg und Umgebung

„Heute geht eine Ära zu Ende. Eine große Epoche des christlichen Engagements, das fast 60 Jahre die Gesundheitsversorgung der Menschen hier in Offenburg und der Ortenau geprägt hat.“ Mit diesen Worten hat Landrat Frank Scherer am 17. Juni bei einer Feierstunde in der Kapelle der St. Josefsklinik die Schwestern der Kongregation der Franziskanerinnen vom Göttlichen Herzen Jesu von der St. Josefsklinik verabschiedet.

Vor rund 200 Gästen in der Kapelle der St. Josefsklinik nannte Scherer es verständlich, dass der Orden die noch in dem Haus tätigen elf Schwestern aus Altersgründen und wegen fehlendem Nachwuchs jetzt auf eigenen Wunsch in das Mutterhaus nach Gengenbach zurückhole. Auch wenn sie unersetzlich seien, werde das Ortenau Klinikum „auch in Zukunft eine Kultur und Atmosphäre pflegen, bei der die Würde des menschlichen Lebens und das christliche Menschenbild der Maßstab des Handelns ist.“ Scherer betonte: „Ihr segensreiches Wirken und Ihr selbstloser Einsatz sind für uns Vorbild und Auftrag für die Zukunft.“

Der Feierstunde vorausgegangen war ein Gottesdienst, der von Dekan Matthias Bürkle geleitet wurde und der einen von den Schwestern zum Abschied ausgewählten Text aus dem Buch Kohelet in den Mittelpunkt stellte: „Ein jegliches hat seine Zeit.“

Generaloberin Michaela Bertsch nahm dieses Motto auf und sprach von einer „guten, erfüllten Zeit, für die wir dankbar sind.“ Es sei eine Zeit des guten Miteinanders und segensreichen Wirkens einer lebendigen Glaubensgemeinschaft gewesen. Nach der Fusion der St. Josefsklinik mit dem Ortenau Klinikum im Jahr 2010 sei der Abschied nun ganz vollzogen worden, sagte die Generaloberin.

Mit der Verabschiedung des Ordens werde „nicht nur ein Kapitel beendet, sondern ein ganzes Buch, nicht nur eine Etappe, sondern eine ganze Epoche“, betonte Ingrid Fuchs, Kreisrätin und langjährige Pflegedienstleiterin an der St. Josefsklinik in ihren Abschiedsworten. „Respekt, Mitgefühl und Nächstenliebe waren keine theoretischen Begriffe, sondern gelebte Einstellungen.“ Die Haltung der Ordensschwestern habe das Haus nachhaltig bestimmt. 

Die St. Josefsklinik war ab 1954 durch den Orden gebaut und 1956 in Betrieb genommen worden. 1957 hatte der Orden an der Klinik auch eine Krankenpflegeschule eingerichtet und betrieben. Das allgemein als Josefs bezeichnete Haus entwickelte sich schnell und hatte bald 200 Betten. Zeitweise waren 70 Ordensschwestern an dem Haus tätig, vor allem in der Pflege aber auch in der Verwaltung und anderen Bereichen. Für die hohen medizinischen und pflegerischen Leistungen der St. Josefsklinik stehen beispielhaft die Anerkennung als eines der ersten Brustzentren in Deutschland im Jahr 2003 und als „Gesundheitsförderndes Krankenhaus“ der Weltgesundheitsorganisation der Vereinten Nationen im Jahr 2005. 2010 wurde die St. Josefsklinik mit dem Ortenau Klinikum in Offenburg fusioniert. Von den damals nach 30 Ordensschwestern waren bis Ende Mai dieses Jahres noch 11 Schwestern in der Klinik tätig.